Reisebericht Mallorca-Gibraltar

Wir haben einen "Meilentörn" von Mallorca über Cartagena, Benalmadena bei Malaga, Gibraltar nach Cadiz gemacht. Wir wollten gerne verschiedene Elemente des Segelns kennen lernen, wie z.B. Nachtfahrten, mehrtägige Fahrten mit Übernachtung auf See und die Erfahrung innerhalb einer bestimmten Zeit eine längere Streck zu schaffen. Zum zweiten Mal waren wir auf der SPIRIT und hatten auch wieder den gleichen Skipper Franz. Die restlichen Kojen waren mit Christian, Valentino, Rüdiger, Holger und Sigurd.

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Mallorca

Insgesamt lagen ca. 550 Seemeilen vor uns. Der Wind wollte sich nicht so richtig einstellen und wir sind daher viel unter Motor gefahren. Aber das hat auch viele Möglichkeiten geboten neues zu lernen und bereits Bekanntes zu wiederholen.

Cartagena

Die Überfahrt von Mallorca hat etwa 36 Stunden gedauert. Dabei haben wir uns bei der Ruderwache in mehreren Schichten abgelöst. Mitten in der Nacht habe wir Straße zwischen Ibiza und Formentera passiert. Bereits kurz nachdem wir Mallorca verlassen hatten, wurden wir immer wieder von Delfinen begleitet. Diese blieben auf der ersten Hälfte der Reise unsere ständigen Begleiter. In Cartagena hatte wir dann Zeit für eine ausgiebige Stadtbesichtigung und unser Hochzeitstagsessen.

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Benalmadena

Danach ging es bereits im Dunkeln noch an die Tankstelle und dann wieder auf See. Auf nach Malaga, oder genauer Benalmadena etwas weiter südlich. Auf dieser Teilstrecke hatten wir dann auch zum ersten Mal für ein paar Stunden guten Wind. Wir haben die Ruhe ohne Motor sehr genossen. Benalmadena ist ein quirliger kleiner Touristenort mit einem sehr interessanten Hafen. Mitten im Wasser stehen mehrere Bungalows mit Anlegern ringsherum. Außenherum kann man in vielen Restaurants und Cafes sitzen und schlemmen. Auch wenn der eine oder andere Touristennepp dabei ist.

Gibraltar

Weiter ging es nach Gibraltar. Die kleine englische Enklave an der Südspitze Spaniens mit 30.000 Einwohnern, 10 Mio. Touristen jährlich, günstigen Alkohol und vielen Casinos. Eines davon liegt gleich im Hafen in Form eines umgebauten Schiffes. Sogar der Milliardär Abramowitsch kommt mit seiner Yacht Eclipse hierher um die Bar und die Tanks aufzufüllen.

Für eine Rock-Tour mit dem Taxi hat Franz uns jemanden empfohlen, den er von seinem letzten Aufenthalt hier noch kannte.

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Rock-Tour Gibraltar

Unser Guide Steve Hollins hat uns einmal quer über und mehrfach durch den Felsen gefahren. Es war wirklich interessant und unterhaltsam mit ihm unterwegs zu sein. Natürlich durfen ein Besuch bei den Affen nicht fehlen. Ausserdem waren wir an der Südspitze und konnten über die Straße von Gibraltar nach Afrika hinüberschauen. In einer Tropfsteinhöhle wurde eine Konzerthalle eingerichtet, die eine beeindruckende Akustik bietet und mit der Beleuchtung wirklich fazinierend aussieht.

Die Ausfahrt aus dem Hafen durch die Bucht war aufgrund des zeimlich starken Schiffsverkehrs ein echtes Abenteuer. Neben all den Frachtern flitzen Tankschiffe von Frachter zu Frachter, dazwischen sausen Katamaran-Schnell-Fähren hindurch und wir schaukelten auch noch über das Wasser. Hier galt es wirklich aufmerksam zu bleiben und auch die Schornsteine der vor Anker liegenden Frachter zu beobachten. Fangen diese an Rauch zu spucken heißt es Platz machen.

Straße von Gibraltar und Cadiz

Am späten Nachmittag losgefahren, wurde es dunkel kurz nachdem wir den Atlantik noch unter Motor erreicht hatten. Es war schlechtes Wetter mit Regen und Gewitter vorhergesagt. Als Wind aufkam konnten wir endlich wieder Segel setzen. Allerdings bestand Franz darauf das Groß gleich im ersten Reff zu setzen. So machten wir anfangs gemütliche Fahrt. Der Wind frischte weiter auf und der Regen setzte ein. Trotz gerefftem Groß und nur halber Genua machten wir 9 Knoten Fahrt. Da auch die Wellen größer wurden war nach Ende unserer Schicht trotzdem nicht an schlafen zu denken, da unsere Bugkabine fröhlich auf und ab tanzte. Aber das war alles nicht weiter schlimm solange wir segeln konnten.

Vor unserer Ankunft bei Nacht in Cadiz beruhigte sich das Wetter wieder und wir tasteten uns mal wieder im Dunkeln in einen Hafen vor. Obwohl es nie ganz dunkel ist und ausreichend Signalfeuer vorhanden sind, ist jede Hafeneinfahrt bei Nacht eine sehr vorsichtige Annäherung. Du möchtest ja nicht plötzlich auf einer aus dem Dunkel auftauchenden Kaimauer hängen. Als wir dann bei Tageslicht zum Tanken nochmal in die Nachbar-Marina gefahren sind, waren wir doch erstaunt wie verzehrt die Wahrnehmung bei Nacht ist. Wir hätten auch mit einem 3 Mal so großen Schiff ohne jegliche Probleme in den Hafen einfahren können. Für uns war es eine wichtige Erkenntnis.

Abschied

Am nächsten Tag hieß es noch Schiff innen und außen schrubben und für die nächste Crew vorbereiten, die weiter auf die Kanaren fährt. Christian und Sigurd fahren ebenfalls weiter mit. Wir anderen sind vom Flughafen Jerez zurück geflogen, wo man aus der Abfertigungshalle einfach auf das Flugfeld läuft und einsteigt.

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